Kognitive Verhaltenstherapie

Jede Psychotherapie verläuft anders, beschäftigt sich mit anderen Themen, setzt andere Methoden ein. Jedoch lassen sich Phasen erkennen, die typischerweise im Rahmen einer Kognitiven Verhaltenstherapie durchlaufen werden. Auch wenn diese Phasen lediglich Beispielcharakter haben, so geben Sie Ihnen doch einen guten Einblick, was überhaupt in einer Psychotherapie passiert und was Sie dort erwarten dürfen:

Erstkontakt und probatorische Sitzungen

Im Erstkontakt und den sog. probatorischen Sitzungen (5 Probesitzungen, deren Kosten von der Krankenkasse übernommen werden) berichten Sie von Ihren Belastungen und Symptomen. Sie arbeiten mit dem Therapeuten so weit wie möglich den Kern des Problems heraus, das zu Ihren Symptomen führt. Es erfolgt eine diagnostische Einschätzung und es wird geprüft, ob eine ambulante Psychotherapie für Sie die richtige Wahl der Behandlung ist. Mögliche Behandlungsziele werden vereinbart und die Aussichten auf den Behandlungserfolg eingeschätzt. Der Therapeut spricht Ihnen eine Behandlungsempfehlung aus und versorgt Sie mit ausführlichen Informationen über die Rahmenbedingungen der Therapie, möglicher „Nebenwirkungen“ sowie in Frage kommender Alternativen. Danach entscheiden Sie, ob Sie die Ihnen angebotene Behandlung in Anspruch nehmen möchten.

Lebenszielanalyse und Klärung grundlegender Werte und Einstellungen

Jeder Mensch verfolgt unterschiedliche Ziele in seinem Leben. Psychische Probleme hängen oft damit zusammen, dass jemand diese für ihn wichtigen Ziele nicht erreichen oder sein Leben nicht nach seinen Werten und Vorstellungen gestalten kann. In der Phase der Lebenszielanalyse und Werteklärung beschäftigen Sie sich mit Ihren Lebenszielen und prüfen mögliche Zusammenhänge mit Ihren Problemen. Dann klären Sie, auf welche Weise Ihr Therapeut Sie bei der Erreichung Ihrer Lebensziele unterstützen kann. Durch die therapeutische Hilfe fühlen Sie sich schon ein Stück entlastet.

Wissensvermittlung

Sie als Patient wissen sehr gut über sich selbst und was Sie bewegt Bescheid, z.B. worüber Sie sich freuen, was Sie ärgert oder worüber Sie traurig sind. Man könnte sagen: Sie sind der Experte Ihres Erlebens und Fühlens. Ihr Therapeut kennt sich sehr gut darin aus, wie die menschliche Psyche allgemein funktioniert, z.B. wie Gefühle entstehen, welche Denkmuster oft zu Problemen führen und welche Zusammenhänge es zwischen Gedanken, Emotionen und Verhalten bis hin zu organischen Reaktionen gibt. Und vor allem weiß er, wie man psychische Störungen möglichst effektiv behandelt. Wäre es nicht ungemein hilfreich, wenn Sie auch über dieses Wissen verfügen könnten, um es auf Ihre Probleme anzuwenden? In der Therapiephase der Wissensvermittlung geht es deshalb darum, dass Sie und Ihr Therapeut Ihr Wissen zusammen bringen, um gemeinsam einen Ausweg aus Ihren Schwierigkeiten zu finden. Das gibt Ihnen das Gefühl von Kontrolle  und stärkt Ihre Zuversicht, dass Sie Ihre Herausforderungen demnächst meistern werden.

Umdenken und Verhaltensänderung

Nachdem Sie mittlerweile zum eigenen Experten ihrer psychischen Angelegenheiten geworden sind, haben Sie schon einen guten Teil des Weges hinter sich. Aber jetzt wird es nochmal richtig anstrengend: denn in dieser Phase der Therapie geht es darum, Verhalten, dazu gehören auch Gedanken und Überzeugungen, zu verändern. Alte Verhaltensweisen (zum Beispiel Dinge zu tun, die mir und meinen Zielen schaden) sollen aufgegeben werden und neue, zielführende Verhaltensweisen (solche, die mir helfen, Zufriedenheit und Wohlbefinden zu erreichen) aufgebaut werden (der Verhaltenstherapeut sagt dazu „gelernt“ werden). Weil das nicht so einfach ist, hilft Ihnen Ihr Therapeut, indem er Ihnen dazu maßgeschneiderte Methoden vorschlägt, deren Wirksamkeit empirisch nachgewiesen ist.

Übung im Alltag

Sie wissen nun, worin ihr Problem liegt und wie Sie es ändern können. Jetzt heißt es: Übung macht den Meister! In dieser Phase führen Sie verschiedene Übungen durch, um die neu gelernten Verhaltensweisen auszuprobieren, weiter zu vertiefen oder auch noch besser anzupassen. Sie erleben, dass es gut so ist, wie Sie sich verhalten und motiviert durch Ihren Erfolg wächst Ihr Selbstvertrauen. Immer häufiger gelingt es Ihnen, neue, zielführende Verhaltensweisen auszuführen, Ihre Zufriedenheit und Ihr Wohlbefinden zu steigern und Ihre Ziele zu erreichen.

Abschluß und Abschied

In der Abschlussphase Ihrer Therapie werden Sie noch einmal einen prüfenden Blick auf Ihre bisherige Behandlung werfen um festzustellen, was Ihnen schon geholfen hat und was Sie noch an weiterer Unterstützung vom Therapeuten benötigen. Das lässt sich dann entweder im noch zur Verfügung stehenden oder im eventuell noch neu zu beantragenden Stundenkontingent nachholen. Wenn Sie von nun an in der Lage sind, Ihre Ziele ohne therapeutische Unterstützung zu erreichen, beenden Sie die Behandlung.

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